Liquidität bei einem Fonds, insbesondere bei einem offenen Immobilienfonds, ist anders zu bewerten, als bei Unternehmen. Die momentanen Schlagzeilen werfen ein sehr schlechtes Licht auf dieses gute und stabile Anlageprodukt.
Zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren sind offene Immobilienfonds in eine schwere Liquiditätskrise geraten. Dabei fällt die Anzahl der unfreiwilligen Schließungen seit Beginn dieser Woche sogar schon weitaus größer aus als in der Krise im Jahr 2005. Dabei wird deutlich, dass die in den vergangenen beiden Jahren verabschiedeten Regeln zur verbesserten Liquiditätssteuerung in den offenen Immobilienfonds nicht ausreichen. Quelle: FAZ.NET
In diesem Zusammenhang sollte geklärt werden: Wie viel Liquidität sollte ein offener Immobilienfonds vorhalten?
Beim Kauf von Anteilen von einem offenen Immobilienfonds investiert man primär in Immobilien und nicht in Wertpapiere. Dies mit dem Vorteil, dass die Anteile im Normalfall jederzeit zurück gegeben werden können. Aber die Investition in Immobilien bleibt. Würde ein Fonds mehr Liquidität vorhalten, so geht dies nur dadurch, dass weniger in Immobilien investiert werden kann. Hier muss ein Mittelweg gefunden werden. Momentan müssen mindestens 5 Prozent des Vermögens in Liquidität investiert sein (§ 80 InvG).
Also soll ein offener Immobilienfonds mehr in Wertpapiere oder Investmentanteile investieren und dies nur, um in Krisenzeiten alle Anteilsscheine innerhalb kürzester Zeit zurücknehmen zu können?
Da es sich hier um eine Investition in Immobilien handelt, sollte an den Liquiditätsregelungen nichts geändert werden. Der Anleger sollte sich jedoch bei dem Kauf von Anteilen von einem offenen Immobilienfonds bewusst sein, dass dieser in Immobilien investiert und hier gegebenenfalls nicht immer sofort an seine Einlagen kommt. Diesem Risiko sollte sich jeder Käufer bewusst sein. Jedoch sollte die Investition in Immobilien immer langfristig angelegt sein. In diesem Fall ist eine Schließung des Fonds nicht schlimm für den Anleger. Belohnt wird dieser dafür mit konstanten stabilen Renditen und keinerlei Wertverlusten in Krisenzeiten.